Cooles Ding: Smartphone-Desinfektion mit Licht

Bild: Thomas Westerhoff/Fraunhofer IOSB-AST

Tablets und Smartphones gehen von Hand zu Hand und werden nicht nur im privaten, sondern auch im klinischen Bereich stark genutzt. Das Desinfizieren der Geräte ist daher unbedingt nötig. Durch den Einsatz von chemischen Mitteln kann jedoch die fettabweisende Beschichtung der Displays zerstört werden. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) haben dafür eine technische Lösung entwickelt. Sie sehe von außen aus wie eine handelsübliche Mikrowelle, so die Forscher. Im Inneren wird jedoch nicht das Essen von gestern aufgewärmt. Stattdessen sind dort Leuchtdioden installiert, die ein Mobilgerät mit ultraviolettem Licht betrahlen und dieses damit von Bakterien und Viren befreien.

Insgesamt sind zwei Module mit jeweils zehn so genannten UVC-LEDs für die Ober- und Unterseite des Smartphones verbaut. Jede UVC-LED besitzt eine Leistung von 100 Milliwatt, sodass die Gesamtstrahlleistung zwei Watt beträgt. „So wird in nur wenigen Sekunden eine Bestrahlungsdosis von 800 Joule pro Quadratmeter erreicht, was eine effiziente Inaktivierung von Bakterien und Viren ermöglicht“, heißt es in einer Pressemeldung des Instituts für Angewandte Systemtechnik am Fraunhofer IOSB.

Desinfektionsvorgang wird protokolliert

Das System desinfiziert die Smartphones aber nicht nur. Mithilfe von RFID-Technik wird das Gerät auch identifiziert, die aufgebrachte Lichtdosis über einen Sensor erfasst und protokolliert. Somit lässt sich jeder Desinfektionsvorgang nachvollziehen und dem jeweiligen Gerät zuordnen.

Die Handydesinfektion kann laut Fraunhofer IOSB nicht nur im klinischen Bereich verwendet werden. Das Verfahren eignet sich auch für private Nutzer oder für den Einsatz auf Veranstaltungen. Der Prototyp soll voraussichtlich im September 2020 auf der IFAT präsentiert werden – der Messe für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft in München. Für die kommerzielle Verwertung sucht das Fraunhofer IOSB noch Partner aus der Wirtschaft.

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